Un - Menschliches -

ein ewiger Beweis dafür, wie grausam und kalt
der Mensch oftmals ist. 
Krieg, Mord, Selektion, Gefühlskälte im allgemeinen...
Damals wie heute - unaufhaltsam..? Unabänderlich?




 

Soldaten 11. September 2001 Kriegsschauplatz
     
Weggeschaut Verlorene Träume Kriegssaat
     
Das Böse Inquisition Verbrannt ist die Erde
     
Apokalypse III. Der letzte Hauch Frost
     
  Auch heute noch...  

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Auch heute noch
Werden Judasküsse verteilt;
Stets verbunden
Mit leicht vertrauter Umarmung.

Und -
Wie schon damals
Ist da am Ende
Immer einer
Der die Silberlinge zählt.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 


Kriegsschauplatz

Tote zählen.
Schädel, Schenkel,
Oberarmknochen.
Ein paar Zähne
Und ein Fingerknochen mit Ring.
Nicht lange her,
Daß sie lebten,
Fühlten,
Freude schenkten.
Unfreiwillig vereint
Sind dutzende Gefallener.

Heute
Werden sie geborgen,
Die Opfer
Der Unmenschlichkeit.


Gisela Happekotte ©

 

 

 


 

 

 


11. September 2001

Man braucht nicht mehr
Raketen, Panzer
Oder Gewehre...
Auch die Flotte aus Kriegsschiffen
Ist überflüssig geworden.
Heute
Reichen zwei brennende,
Rauchende Türme
Um der Welt zu zeigen
Was Terror ist.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 


Weggeschaut

Kerzen werden aufgestellt;
Zartes, leises Flackern.
Und eine Flut aus
Plüschtieren und Blumen.
Abschiedsbriefe
Werden an die Wand geklebt.
Abschied nehmen.
Abschied von Kevin,
Dem Opfer
Häuslicher Gewalt.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 


Soldaten

Und wieder
Machen sie sich auf
Um einen Krieg zu führen.
Und wieder
Redet man von Pflicht,
Und daß das Land sie braucht...

Am Ende
Werden sie nicht mehr
Als ihren Tod wohl finden;
In fremdem Land
Voll Blut und Schmerz
Das Leben ausgehaucht.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 


 

 

 

 

 

 



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Die Welt ist erstarrt
Unter eisiger Decke
Der Schnee fällt hernieder
Und friert in das Herz.
Die Zweige beschwert
Von den seltenen Lasten
Verneigen sich scheinbar,
Denn groß ist der Schmerz.

Und Wasser, gefroren
Zu eisigen Zeptern
Regieren die Dächer
Von jedwedem Haus.
Sie drohen ganz lautlos
Wie tödliche Waffen -
Du zitterst vor Kälte
Und innerem Graus.

Die Welt ist erstarrt
Auch vor innerer Kälte,
Der Frost hat die Herzen
Schon lange bewohnt.
Nur wenige Menschen
 - Ganz edel, erlesen - 
Werden vom Frost
Ihrer Seele verschont.


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 

 

 

 


Der letzte Hauch von Liebe
Wird diese Welt verlassen
Und bleiben werden jene
Die alles um uns hassen.

Es sind gar nicht so viele
Die letztlich doch beginnen
Den "wahren Krieg" zu führen
Damit sie ihn gewinnen.

Zerstört wird jede Toleranz,
Wer "anders" ist, verspottet.
Das ungebor´ne, kranke Kind
Als erstes ausgerottet.

Geächtet werden Farbige,
Ein Gleichmaß angestrebt.
Nur schlank, gerade und gesund
Wird auf der Welt gelebt.

Wer anders ist hat keine Chance
Man soll der Masse gleichen.
"Das Beste gerade gut genug"
Das gilt es zu erreichen.

Und irgendwann sind sie so gleich,
Daß sie nicht mehr begreifen:
Nur in der Vielfalt allen Lebens
Kann wahre Größe reifen !


Gisela Happekotte ©

 

 

 



 

 

 

 

 

 


Verbrannt ist die Erde
Vom Blut ganz befleckt;
Die Leichen des Krieges
Sind nicht mal bedeckt.

Es gibt keine Gräber,
Sie starren dich an.
Aus glanzlosen Augen
Klagen sie an.

Ein Weinen, ein Jammern
Durchdringt alle Sphären,
Man muß es vernehmen
Und kann sich nicht wehren.

Wir wurden gewaltsam
Dem Leben entrissen,
Verstand überfordert -
Die Körper zerrissen.

Warum nur, fragt jeder
Der zahllosen Toten
Hat niemand der Machtgier
Die Stirne geboten?

Es läßt sich kein Grab,
Keine Grube wohl finden
Die Schuld zu begraben
An dem Tod den wir finden.

Unser Weinen und Jammern
Durchdringt alle Sphären
Und niemand kann sich
Uns´rer Schreie verwehren.

Denn niemand soll sagen
Er hat nicht vernommen,
Daß man uns gewaltsam
Das Leben genommen.


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 

 

 

 


Inquisition

Flammen lodern, Flammen züngeln
Ich steh auf dem Scheiterhaufen;
Schuldig hat man mich gesprochen
Teufelsweib will man mich taufen.

Ich gesteh, daß ich nicht glaube
An den Ring an Bischofshand,
An den Priester, der wohl Freude
An so manchem Jüngling fand.

Armut, Demut will man preisen
Schöpft jedoch nur aus dem Vollen.
Von den Ärmsten wird genommen -
Letztlich nur nichts missen wollen.

Teufelsweib und Hexenbraut
Ruft der Mob mir laut entgegen.
Sterben soll ich in den Flammen
Und schon bald die Hölle fegen.

Flammen lodern, Flammen züngeln
Bald schon wird mein Kleid verbrennen;
Ich spür nichts von all den Schmerzen
Seh, wie sich die Welten trennen.

All die Menschen die mich hassen,
All die Menschen die mich schänden
Wissen nicht, ich bin längst sicher
In des einen - Gottes - Händen


Gisela Happekotte ©

 

 

 



 

 

 

 

 

 


Kriegssaat

Gesät wird sie früh schon
Ganz heimlich und leise,
Kaum merklich wird sie
In die Herzen gesetzt;
Ganz gierig nach Blut
Und dem Fleisch toter Körper
Werden vom Schlächter
Die Messer gewetzt.

Ein Schlag auf den Schädel,
Ein Schnitt in die Kehle,
Das Blut wird zum Rinnsal,
Die Adern durchtrennt...
Mit jedwedem Opfer
Kann man sich noch steigern,
Nichts scheint mehr zu grausen,
Nichts mehr was hier hemmt.

Die Opfer - so zahlreich -
Verrenken die Glieder,
Verzerren die Münder -
Ein jeder ein Held...
Die Schlacht ist geschlagen,
Die Saat aufgegangen,
Schon bald wird geerntet,
Denn groß ist das Feld.

Der Lohn eines jeden
Der Menschen gefoltert,
Ganz grausam getötet,
Bleibt ewig besteh´n...
Er wird all die Leiber
Der zahllosen Toten,
Die Blicke der Opfer
Im Schlafe noch seh´n.

Und auch ihre Schreie
Durchdringen die Stille -
Nur er kann sie hören,
Der "brave" Soldat.
Sie bleiben nicht stumm,
Diese zahllosen Opfer,
Denn ihrer gibt´s viele -
Zu groß war die Saat.

Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 


Es füllen sich Gräber
Mit zahllosen Leibern
Getötet wird Leben
Noch eh´ es begann.

Gequält wird der Schwache,
Verletzt wird die Seele
Und niemand mehr weiß
Wie das ganze begann.

Als Gott damals schaute
Auf Sodom, Gomorrha,
Da hat er wohl auch
Diese Bestien erkannt,


Er säumte jedoch
Diesen schrecklichen Menschen
Das Mal zu verpassen
Wie Er ´s  Kain eingebrannt.

Auf zahllosen Stirnen
Könnt´ man sonst wohl lesen:
Ich habe gemordet,
Ich habe gequält.

Ich habe, indem ich
Das Leben mißachte
Den Weg in das Dunkel
Mir selber gewählt.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Das Böse

Ein jeder trägt
Ein´ Teil von ihm
in seinem tiefsten Innern.
Das Teuflische,
Das Mystische,
Dämonisches Erinnern.

Ein jeder hat
Ein wenig Schuld
An seinem Überleben,
Denn alles
Was wir Schlechtes tun
Wird ihm noch Nahrung geben.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 

 


Verlorene Träume,
Verlorene Heimat,
Die Landschaft ganz fremd
Kein Weg scheint vertraut.
Zerstört alle Häuser,
Zerstört alle Wege
Ein Anblick, bei dem es
Dem Heimkehrer graut.

Doch was ist schon Heimat,
Wo ist das Zuhause ?
Wo sind all die Menschen
Die ihm einst vertraut..?
Nur fremde Gesichter,
Nur Schutt und Ruinen
Nur trostlose Leere
Wohin er auch schaut.

Verlorene Heimat,
Verlorene Träume,
Verloren ist alles
Woran er geglaubt.
Der Krieg hat die Träume,
Der Krieg hat die Heimat
Und auch die Familie
Ihm letztlich geraubt.

Nun ist er alleine
Mit seinem Erinnern
Mit all seinen Bildern
Die ihm so vertraut...
Verlorene Heimat,
Verlorene Träume,
Der Krieg hat ihm letztlich
Sein Dasein geraubt.

Gisela Happekotte ©