Tod  und  Trauer -

Wer musste sich nicht schon einmal mit dem Tod auseinandersetzen..?
 Wer hat nicht schon einen geliebten Menschen verloren..?
 Oder, wer hat sich nicht schon einmal vorgestellt
wie es wohl wäre, jetzt einfach diesem Leben zu entfliehen..?

Resignation ? Verwesender Körper Auf dem Friedhof
     
Jenseits Im Wüstensand Depression II.
     
Tod im See Leere Blicke Kleines Kind
     
Es wandert die Seele Ich seh es... Verweste leere Hülle
     
Die Feuer erloschen Stummes Rinnsal Wieder ein Tag...
     
Der Sprung Zu oft schon... Mit verführerischer Gebärde
     
Wenn ich gestorben bin Man sieht sich... Ich bringe Blumen an dein Grab
     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


Resignation ?

Schweigend
Zeigt das sichtbare Grab
Den Erfolg
Einer hastigen Flucht.


Gisela Happekotte ©
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Jenseits

Es gibt dort
Keine Dunkelheit,
Nur Licht
Entfernter Sonnen...
Es gibt dort keinen Schmerz,
Kein Leid -
Nur unverhehlte Wonnen.

Es gibt
Wenn man
Den Tod erlebt
Nie wieder Dunkelheiten...
Es scheint das Licht
Das in dir ruht
Fortan für alle Zeiten.


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Verwesender Körper.
Dem Leben entrissen,
Dem Denken,
Der Zeit.

Sekundengenau
Das Schicksal erfüllt.
Da war keine Wahl,
Da ließ sich nichts ändern!


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 

 


Auf dem Friedhof

Ein Grabstein,
Moosbewachsen,
Läßt ganz schwach noch
Den Namenszug erkennen.
Zwei Daten:
Geburt
Und
Tod.
Und als Zusatz -
Scheinbar für die Ewigkeit:
"...in Liebe!"


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Foto: Sandra Happekotte

Ich bringe Blumen an dein Grab
Und rede stumm mit dir.
Kein Zwiegespräch - ich red allein -
Kein Wort kommt mehr von dir.

Du bist schon fern von dieser Welt,
Bist ohne mich gegangen.
Und deine Seele muß allein
Zu ihrem Ziel gelangen.

Mein Blumenstrauß wird bald verblüh´n,
So wie auch ich vergehe.
Denn ohne dich kann ich nicht sein -
Ich brauche deine Nähe!

Ich bring dir Blumen an dein Grab,
Verharre still in mir.
Und wünsch mir ohne Unterlaß
Ich wäre schon bei dir.


Gisela Happekotte ©

Foto:  Sandra Happekotte ©


 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


Wenn ich gestorben bin,
Wer wird es sein,
Der um mich weint?

Wenn ich verschlossenen Auges
In die Ferne sehe
Und ihr, die ihr zurückbleibt,
Nicht wisst was ich empfinde
Oder gar - was Ihr empfinden sollt...

Wenn...
Wenn diese Hürde übersprungen wurde
Vom Lebendigen zum Toten,
Vom Sein zum Nicht-Sein,
Und ich - den Körper verlassend
Unfassbar werde...

Wenn dann
Tausend Fragen euch
In Unsicherheit wiegen
Und es ein Leben braucht
Um Antwort zu finden...

Wer wird dann Sein
Und um mich weinen?


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Man sieht sich -
Hin und wieder
Und grüßt sich.

Die alte Frau von eben
Kenne ich lange schon.
Das Kind
Mit dem blonden Flaumhaar
Und die Frau
Mit dem Seidentuch um den Kopf
Erst seit kurzem...
Genauso wie den Zwanzigjährigen,
Der mit seinem besten Freund kommt.

Man trifft sich eben
- Hin und wieder -
Hier, in der Onkologie.


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Mit verführerischer Gebärde
Rief der See...
Mit der Arglosigkeit bunter Farben
Lockte der Pillencocktail...
Sicherheit heuchelnd
Erschien ihm das Hochhaus.

Doch ein Hanfseil
Verriet letztlich
Grinsend seinen Sieg.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Auf dem Dach stehen
Und springen.
Fliegen lernen
Nur für den Augenblick.
- Fünf Sekunden oder mehr. -
Die Arme ausbreiten
Und im Fallen
Noch den Wind spüren
Der das Haar zerzaust.
Mit geschlossenen Augen
Die Schwerelosigkeit spüren
Und die Zeit besiegen.
In diesem Augenblick erkennen,
Daß auch Sekunden
Nur Teile
Der Ewigkeit sind.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 


 


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Zu oft schon
Dem Tode näher
Als dem Leben...
Zu oft schon
An dieser Schwelle gestanden
Und alles wiedererkannt.

Wer ihn nicht kennt,
Den Blick auf das Vergessen,
Die Ewigkeit des Todes,
Der mag noch glauben
An eine bessere Welt
Im Jenseits.

Und ich?

Zu oft schon
Dem Tode näher gewesen
Als dem Leben,
Als daß ich
Noch glauben könnte
An ein Paradies.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 


 

 

 
 

Foto:  Unbekannt

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Depression II.

Ich spüre eine Sehnsucht
An diesem Regentag
Die Sehnsucht nach der Ewigkeit
Die oft schon auf mir lag.

Ein Hauch von Tod, Verderben
Liegt in der schweren Luft.
Ein modrig, kaltes Wehen
Entweicht der alten Gruft.

Ich kann die Sehnsucht spüren
An diesem Regentag;
Die Sehnsucht nach dem Tode
Die auf der Brust oft lag.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 


 


 

Foto:  Sandra Happekotte ©

 

 

 

 

 

 

 

 



 


Stummes Rinnsal
Meine Hand umfließend,
Pulsgerechtes
Warmes Sterben.
Hab den
Roten Wein genossen,
Auf den Kacheln
Liegen Scherben.
Ein Teil des Glases
Hat mir Mut gegeben,
Ich halte es noch -
Und nun klebt Blut daran.

Von fern
Hör ich dich leise fragen:
Warum nur, Liebste,
Hast du das getan ?


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

Foto:  Unbekannt


 

 

 

 

 

 

 

 

 


Verweste, leere Hülle,
Die einmal Körper war
Zerfällt und fault dahin -
Nichts ist mehr wie es war.

Grad noch vor Jugend strotzend,
Vor leichtem Übermut
Tritt sie jetzt ins Vergessen ein,
Erstirbt an ihrer Glut.

Wie war sie doch so herrlich warm,
So wundersam und weich...
Jetzt ist sie leblos, starr und kalt -
Fast einer Mumie gleich.

Die Haut so fahl, ihr Angesicht
Sieht aus als schlafe sie...
Und doch weiß jeder ganz genau:
Nie wieder lächelt sie.

Bald wird sie Staub und Asche sein,
Die Knochen werden bleichen...
Und auch aus der Erinnerung
Wird sie so langsam weichen.

In fernen Zeiten - ganz gewiß -
Wird niemand sich erinnern
Wie sie gelebt, wie sie geliebt,
Gefühlt in ihrem Innern.


Gisela Happekotte ©

v

 


 

 

 

 

 

 

Foto: Sandra Happekotte

Lautlos
Hinab
In die wahre Stille
Der Ewigkeit gleitend...
Hinein
In die Tiefe der Unendlichkeit,
Der Ruhe des See´s...
Das Wasser
Dir zur letzten Heimat machend
Umschlingst du den Tod.
Pflanzenarme
Halten dich gefangen -
Letzter ferner Blick.
Sanft
Entweicht der Atem
Gleich einem sanften Kuß
Deinen Lippen.
Wasserperlen
Streicheln die letzte
Zärtlichkeit
Auf deine Haut.

Wasser -
Element des Lebens,
Sinnbild
Allen Ursprungs
Wird dir so
Zur letzten Zuflucht.


Gisela Happekotte ©

Foto:  Sandra Happekotte ©

 

 




 

 

 

 


  

 


Es wandert die Seele
Seit endlosen Zeiten
Und niemand vermag
Ihr Alter zu seh´n.
Sie lebt und sie stirbt
Und wird wiedergeboren
Unzählig und ewig,
Wird nie ganz vergeh´n.

Es wandert die Seele
Von Leben zu Leben,
Von Körper zu Körper,
Vom Leben zum Tod.
Stets wiedergeboren
Allein um zu sterben
Folgt sie der Bestimmung
Die "Er" ihr gebot.

Er schenkte der Seele
Das ewige Leben,
Allein das Vergehen,
Das bleibt ihr versagt.
Doch meine, ich weiß es,
Will nicht diese Leben
Sie wünscht sich ein Ende
Und hofft jeden Tag.


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto:  Unbekannt

 

 

 

 

 


 

 



 


Leere Blicke
Das Jenseits zu schauen,
Stumme Lippen
Zum Schweigen verdammt...
Taube Ohren
Das Wort nicht zu hören,
Tote Seele
Schon lange verdammt.

Schlaflose Nächte
Seit endlosen Zeiten
Und traumlos erkannt,
Daß das Leben vorbei...
Sehend die Augen,
Hörend die Ohren,
Und aus dem Mund
Dringt ein lautloser Schrei...


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 


 

 


 


 

 

 


Ich hielt dich nie
In meinem Arm
Mein liebes, kleines Kind;
Du starbst
Bevor du noch gebor´n,
Entflohst mir mit dem Wind.

Ich weiß nicht
Wem du ähnlich warst
Mir oder dem Papa;
Ob deine Augen
Blau gewesen sind,
Oder gar braun dein Haar.

Ich konnt´ nie
Deine Stimme hör´n,
Nie deinen Herzschlag spüren;
Ich konnte niemals
Deine Hand
Und dein Gesicht berühren.

Ich weiß nur
Daß du mir sehr fehlst
Und daß du fern mir bist;
Mein kleines,
Ungebor´nes Kind:
Ich hab dich stets vermißt.

Gisela Happekotte ©