Illusion & Phantasie - 

Mystisches, magisches - vielleicht sogar unvorstellbares..?
Traum, Spuk, Hexerei, Historisches...
- eigentlich ein wenig von allem...


Sonne Marionette Schlafwandler
     
Stern am Abendhimmel Bei schwarzem Himmel... Feuerdrache
     
Mond Wolkenbilder Geisterstunde
     
Das Ritual Im Schein der Kerze Wenn ich die Welt...
     
Mittsommernacht / Juli Phidias Wir sind das Feuer...
     
Die Vogelscheuche Jagdsaison Runen
     
Highlands Goldmaske des Pharao Fata Morgana

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Fata Morgana

Fast schon glaubte ich
Das Rauschen zu hören
Des sichtbaren,
Flimmernden Meeres.
So fern,
So unerreichbar fern.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Goldmaske des Pharao

Dein Angesicht verrät
Den Liebreiz deiner Züge
Kaum Mann - fast Knabe noch
Und doch schon abgelebt.
Wir werden nie erfahren
Wie du dich einstens fühltest,
Wir werden niemals wissen
Ob du einst geliebt.

Verehrt als Gott der Götter
Verbrachtest du dein Leben
Gekrönt als Knabe schon
Ein kurzes Leben lang.
Was weiß der Mensch denn schon
Von deinem wahren Fühlen
Oder ob Liebe gar
In deine Seele drang.

Dein Angesicht jedoch verrät
Den Liebreiz, den dein Wesen trug
Der Tod kam viel zu früh
In deine Welt hinein.
Wir sehen deine Maske heut
Mit all den feinen Zügen
Und träumen uns dabei naiv
In deine Welt hinein.


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Foto:  Unbekannt

 

 

 

 

 


 


Marionette

Unsichtbar die Fäden
An meinen Schultern,
Füßen und Händen.
Mein Kopf,
Gebunden an ein Lenkkreuz,
Meine Bewegungen
Abhängig
Von fremdem Tun.
Meine Worte -
Nur Teile
Eines Theaterstücks.
Mein Freiraum,
Meine Bewegungen,
Begrenzt durch die Bühne.
Und ein Ende
Erst
Wenn der Vorhang fällt.


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Jagdsaison

Ein waidwundes Tier
Stürzt sich durch´s Dickicht,
Flieht vor der Gefahr.
Verrückt vor Schmerz
Irrt es umher.
Doch der Schuß,
Der den grazilen Leib durchbohrt
Läßt es fallen.
Sterbend
Liegt es im Laub der Lichtung
Und glaubt wohl
Entkommen zu sein.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 


Als Phidias den Zeus erschuf
Aus Gold und Elfenbein
Da wollte er von allen Künstlern
Wohl der beste sein.

Ein Bildnis schuf er, so immens,
Daß es Geschichte schrieb
Und unvergessen wohl seither
Sein Name für uns blieb.

Als Phidias den Zeus erschuf,
Da hat er es vollbracht
Jahrtausende zu überstehn
Allein durch diese Pracht.

Sein Werk, aus Gold und Elfenbein,
Vom Feuer längst zerstört
Ist Zeugnis uns für hohe Kunst
Wie man sie heut noch lehrt.

Doch niemand hat bisher vermocht
So einen „Zeus“ zu schaffen;
Und einzigartig bleibt seither
Was Phidias erschaffen.

(Phidias = Bildhauer, 5.Jh. v. Chr.)

Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 



Vogelscheuche

Die Felder bewachend,
Dem Wind und Regen ausgesetzt...
Saatkrähen
Und ein paar
Geschäftige Feldhasen bewachend
Friste ich mein Dasein.

Und fern von mir
Sehe ich die Begehrte!

Den roten Hut
In den Nacken gelegt,
Die Arme weit ausgebreitet wie meine,
Sieht sie zu mir hinüber
Und wartet
Auf mein Kommen.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 


Das Ritual

Den roten Wein
Aus einem Kelch getrunken,
Das Ritual
Von langer Hand geplant.
Der Hexenmeister
Murmelte versunken
Den Schwur, der dich
Mit mir verband.

Ich stach ein Messer
In mein Fleisch;
Ein Rinnsal zeigte sich -
Ganz schmal.
Dann schnitt´st auch du
In deine Hand
Vollzogst mit mir
Das Ritual.

Der Vollmond kann
Den Pakt bezeugen
Beim Untergang
Sein Glanz verblich.
Uns trennt kein Tod,
Uns trennt kein Leben,
Wir sind nun "eines"
Ewiglich !

Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 



 


Die Runen werfend
Hoffe ich
Mein Schicksal zu deuten.
Verraten sie mir
Meine Zukunft?

Magische Zeichen.
Symbole
Für eine Zukunft
Mit dir?

Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

Foto: Gisela Happekotte ©

4

 

 

 

 

 

 

 



 


Klirrende Schwerter
Glänzen in der Sonne.
Zwei Männer,
Tanzend
Im Ritual ihrer Kampfkunst.
Graziöse Bewegung
Nach strenger Manier.
Kein Schritt
Dem Zufall überlassen,
Kein Hieb vergebens.
Und ihre Füße
Berühren das Grün
Der uralten Highlands.


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 




 

 

 


 


Foto: 
Unbekannt

 

Anmerkung: 
Mich haben sehr viele E-Mails zu diesem Gedicht erreicht mit der Frage nach dem Löwen.
Immer wieder über den "Löwen" befragt, möchte ich hier erklären, dass ich in diesem Falle in erster Linie
das Sternbild "Löwe"  meine. Ich habe es beim mitternächtlichen Spaziergang genau gegenüber dem Mond gesehen
und dies dann in diesem Text verarbeitet. Aber ich bin mir auch dessen bewusst gewesen,
dass der Text nicht weniger sinnig ist, wenn man sich einen lebendigen Löwen vorstellt.

 

 

 

 

 

 

 

 


Wenn ich die Welt mir neu erschaffen könnte...

Ich schüfe einen zweiten Mond
Der zu beweinen wäre
Und neue Sterne tausendfach
Ans ferne Himmelszelt...

Auch schüf ich einen neuen Ton
Der jedes Herz erweichte
Denn neue Lieder gäb es dann
Die keine Träne hält.

Dann würd ich neue Farben
Der Menschheit noch erfinden
Damit ein neues Bild
Von dieser Welt entsteht...

Am Ende schüf ich dann ein Wort
Das Frieden schafft auf Erden;
Ein Wort, ganz ohne Sprache,
Das jeder Mensch versteht.


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 


 

 

 

 

Steigt die Sonne
Empor aus den Feldern
Färbt sie die Wolken
Des Himmels glutrot.
Sie macht mich sehnend,
Sie läßt mich verlangen,
Ich spüre das Leben,
Ich spüre den Tod.

Glutrote Zeichen
Der ewigen Schöpfung
Immerzu warnend:
Ich bin nicht nur Schein.
Seht nur, ihr Menschen
Ich muß euch erinnern
Ich bin nicht Symbol nur
Für´s Leben allein.

Ich bring auch den Tod oft,
Bin Schuld an Verderben,
Laß durch meine Gluten
Viel Unheil entsteh´n;
Ich schaffe mir Wüsten
Und lege oft Brände
Und wenn ich erst fortbleib
Wird Kälte entsteh´n.

Ich raub euch die Wärme,
Das wohl´ge Verlangen
Ich laß euch erfrieren 
Wo ich nicht erschein´;
Seht nur, ihr Menschen,
Und laßt euch erinnern:
Ich bin nicht Symbol nur
Für´s Leben allein !


Gisela Happekotte ©


Foto: 
Unbekannt

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


Wir sind
Das Feuer, das zerstört
Und viele Leiden schafft.
Wir sind
Die Hitze, sind die Glut,
Die Quelle und die Kraft.

Wir sind
Die Flut, die unbezwingbar
Alles mit sich reißt.
Wir sind
Das Meer, der Ozean,
Die Seele und der Geist.

Wir sind
Der Wind, und ahnungsvoll
Hört man uns leise rufen:
Wir sind
Der Urknall, sind die Macht,
Die einst die Welt erschufen !


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 




 

 


Foto: 
Unbekannt

 


 

 

 

 

 

 


Geisterstunde

Geheimnisvoll
Ist unser Dasein,
Unheimlich
Unser stetes Tun...
Ihr schreckt zurück
Vor unser´m Ausseh´n
Und seht ihr uns
Könnt ihr nicht ruh´n.

Ihr findet keinen
Schlaf vor Schrecken,
Das Grauen spürt ihr
Auf der Haut...
Wir schweben lautlos
Durch die Flure
Und freuen uns
Wenn es euch graust.

Wir geistern durch
Die leeren Hallen
Und zeigen manchmal
Schatten nur,
Oder das Rasseln
Uns´rer Ketten
Erzeugt in euch
Das Grauen pur.

Und einer trägt
Sein Haupt auf Händen
Durch einen Degen
Abgetrennt;
Er sinnt auf Rache,
Sucht den Täter
Und hofft, daß einer
Ihn erkennt.

Ihr seid nicht sicher
Wenn die Uhr
Des Kirchturms lauthals
Zwölfe schlägt;
Die Zeit der Toten
Ist dann da,
Die kalten Atem
Zu euch trägt.

Und erst wenn sie
Erneut vergeht,
Die schaurig, schöne
Mitternacht,
Verschwinden all
Die armen Seelen
Die euch um eu´ren
Schlaf gebracht.

Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 




 


Foto: Sandra Happekotte ©

 

 

                                  

 

 

 

 


Stern am Abendhimmel

Mädchen:

Du Stern am Abendhimmel
Scheinst mir so hell und klar;
Wenn mich dein Glanz erreicht
Wird mir ganz sonderbar.

Du schaust mich an, so seltsam,
Als kennst du mich schon lang;
Mir wird mit einem Male
Im Herzen angst und bang.

Stern:

Du Menschenkind auf Erden
Hast kaum an mich gedacht;
Sahst vielmals zwar nach oben,
Doch niemals mit bedacht.

Ich sehe schon seit Jahren
Auf all dein Tun herab;
Ich sah´s als du geboren
Und seh dereinst dein Grab.

Mädchen:

Ach, Stern am Abendhimmel,
Hilf mir aus meiner Not;
Schnell, bring mich zu dem Liebsten...
Schon naht das Morgenrot.

Wenn erst der Tag erwacht,
Die Dunkelheit durchbricht,
Weiß ich, ich bin verloren.
Ach, hilf mir Himmelslicht

Stern:

Du Menschenkind auf Erden
Kann ich euch nicht vereinen,
Dann soll mein Glanz verblassen;
Nie wieder will ich scheinen!

Ich werde all mein Licht
Auf seine Seele richten,
Daß er zu sterben glaubt
Müßt´ er auf dich verzichten.

Mädchen:

Du Stern am Abendhimmel:
Er ist mein Lebensglück !
Und steht´s in deiner Macht,
Dann bring ihn mir zurück.

Will auf dem Totenbette
Dann deiner noch gedenken
Und durch die müden Lider
Den Blick noch auf dich lenken.

Stern:

Du Menschenkind auf Erden
Wenn du dein Glück genossen,
Vergiß niemals den Pakt,
Den du mit mir geschlossen !

Denk in der letzten Stunde
An mich nur ganz allein,
Dann soll dein ganzes Leben
Voll Glück und Liebe sein.

Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Foto: Unbekannt


 

 

 

 

 

 

 

 


Ein Feuerdrache
Der erzürnt
Die Flammen lodern läßt,
Sich aufbäumt, kreischt
Und unter Wut
Die Erde brennen läßt...

Auch er verlor
Nun seinen Kampf,
Auch er wurde besiegt;
Und rot tränkt sich
Das Erdreich
Auf dem er sterbend liegt.

Er war der letzte
Seiner Art,
Sein Tod erst macht ihn frei;
Und sterbend
Brüllt er noch voll Stolz
Den allerletzten Schrei.

Gisela Happekotte ©