Geboren & Wiedergeboren -

lebt man wirklich nur einmal, oder lebt man viele Leben..?
Und wenn man tatsächlich wiedergeboren wird -
findet man einander ? -
Erkennt man sich ?

 


 

Ich weiß, dereinst... Letzter Weg Wenn wir gegangen sind
     
Unter tausend Seelen Wie gut... Jenseits der Sterblichkeit
     
Mausoleum Tausend Leben Aus der Dunkelheit geborgen
     
Geburt Oft seh ich uns Flammen züngeln
     
Aus Erde gemacht

   Wir haben uns nur angeschaut

 
     

 

 

 

 

 

 

 

 


Wenn wir gegangen sind

Wenn wir gegangen sind
Von dieser Welt,
So weiß ich doch -
Wir werden zusammen sein.
Auf einer anderen Ebene,
An einem anderen Ort,
In einer anderen Zeit.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 

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Letzter Weg

Wer weiß...
Vielleicht ist diese Reise
In die Welt der Toten,
Dieser Übergang vom Sein
Zum Nicht-Sein,
Ein Weg
Zurück zu Bekanntem,
Schon erlebtem.
Ein Finden
Von Verlorenem, Vergessenem.
Wer weiß...
Vielleicht ist diese Reise
Ein Weg
Zurück ins Leben.


In Erinnerung
an meinen Vater
Günter Meyer

Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 


Mausoleum

Hinter dumpfen Marmorplatten
Verborgen;
In paßgenauen Nischen
Den Blicken
Der Lebenden entzogen,
Warten die Seelen
Der Vorausgegangenen
Auf den Tag
Der Erlösung.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


Unter tausend Seelen
 - Körperlos -
Transparent und zart,
Würde ich dennoch
Deine
Immer wieder erkennen
 - Und wählen!

Unter tausend Seelen
Sind nur wir
Ein Paar.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 

 



 


Wie gut,
Daß nach der Geburt,
Neugeboren,
Uns niemand
Die Zukunft sagt.
So steht uns offen
Was immer wir
Erreichen wollen.
Und wir werden nie erfahren,
Daß wir eigentlich
Keine Wahl hatten.


Gisela Happekotte ©
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Foto: 
Unbekannt

       

 

 

 

 

 

 

 


 


Ich weiß,
Dereinst begeben
Wir uns
In ein anderes Leben.
Wir werden
Das Diesseits verlassen,
Erinn´rungen
Werden verblassen.
Wir werden
Als neue Wesen
Von alten
Schmerzen genesen
Und leise
Uns dennoch besinnen
Welche Wege
Wir beide einst gingen.

Glaub mir,
Was wir Ewigkeit nennen
Kann unsere Liebe
Nicht trennen
Weil wir schon
Seit vielen Äonen
Eine einzige Seele bewohnen.
Wir wurden
Von göttlicher Macht
Bewußt
Als Einheit erdacht
Und sind so
Für alle Zeit
Ein Stückchen
Unendlichkeit.


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 


Wir haben uns nur angeschaut
Und dennoch gleich erkannt:
Wir sind nun seit Äonen schon
In tiefster Seel´ verwandt.

Gar viele Leben haben wir
Gemeinsam schon durchlebt
Und so um unser beider Herz
Ein Liebesband gelegt.

Wir tauschten einen zarten Blick
Und haben es geseh´n:
Die Liebe tief im Inneren
Bleibt ewiglich besteh´n.



Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 

 



 


Oft seh ich uns im Traume
Gemeinsam - Hand in Hand -
Und eng hält uns umschlungen
Ein zartes Liebesband.

Ich seh dich deutlich lachen,
Du schenkst mir einen Kuß
Und ich, ich muß dir sagen,
Daß ich bald gehen muß.

Den Weg, der mir bevorsteht;
Kannst du nicht mit mir teilen.
Glaub mir, ach, glaub mir, Liebster -
Zu gern würd ich verweilen.

Denn zart sind deine Küsse
Und sanft ein jedes Wort;
Ich wünscht´, ich könnte bleiben
Und doch muß ich jetzt fort.

Ich werde auf dich warten
In dieser ander´n Welt,
Denn fliehen kann ich nicht -
Der Tod ist´s, der mich hält.

Mit eisig kalten Händen
Umklammert er mein Herz
Will so mein Glück zerstören
Und doch nimmt er auch Schmerz.

Den Schmerz, den mir das Leben gab
Preßt er aus mir heraus
Hinterlegt ganz sacht den Leib -
Verläßt das leere Haus.

Und alles was ich einmal war
Ist nun zurückgeblieben.
All mein Hoffen, all mein Sehnen,
All mein wahres Lieben.

In diesem Grab, in diesem Sarg,
Da lieg nicht wirklich ich;
In deinem Herzen, deiner Seele
Bleib ich ewiglich.

Der Platz, an dem du mich beweinst
Hält nun auch mich gefangen;
Weiß ich doch, ich kann hier leicht
In deinen Sinn gelangen.

Ich zwing dich her an diesen Ort
So wie du mich hier bannst
Durch die Erinnerung an mich,
Der du nicht fliehen kannst.

Mein Leib vergeht in dieser Gruft
Und doch kann ich verweilen
So lange wir in Einsamkeit
Die Liebe in uns teilen.

Einst wirst du mir dann nahe sein,
An meiner Seite liegen.
Gemeinsam werden wir dann - Hand in Hand -
Der Ewigkeit entfliegen.


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 


 


 


Tausend Leben
Hab ich schon durchwandert,
Tausend Tode sicherlich
Mir einverleibt...
Tausend Herzen
Für mich schlagen lassen,
Tausend Seelen
Aber auch befreit.

Liebe aber
Fand ich nur ein einzig mal;
Wahre Liebe,
Tausend Leben lang !
Dennoch
Hab ich sie verloren,
Höre noch
Der zarten Stimme Klang.

Und immer wenn
Das Leben ich verlasse
Erhoff ich mir
Den Liebsten einmal noch zu seh´n;
Denn ach,
Trotz vieler tausend Leben
Wird meine Liebe
Nie vergeh´n.

Und einmal dann
Nach tausend Toden
Werd ich erwachen
Und bei ihm nur sein;
Die Lebenskette
Würde so durchbrochen
Und ich, ich schlief´
Für immer ein.


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 

 

 

 


Jenseits der Sterblichkeit
Sind es die Seelen
Der Liebenden,
Die die Zeiten überdauern...

Jenseits der Unendlichkeit
Ist es das Hoffen
Auf eine bessere Zukunft,
Das Mut macht...

Jenseits der Ewigkeit
Ist es das Leben,
Das den Tod besiegt
Und so zur Wahrheit wird.


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 

 

 

 


 


Geburt

In später Abenddämmerung
Hineingezerrt in diese Welt
Verwehrte ich das Atmen nicht.

Ganz ungefragt dazu verdammt
Den ersten kläglichen Schrei
In diese Welt zu tun,
Daß sie weiß: Ich lebe !

Entsetzt
Die ersten Bilder wahrnehmend. -

So viel
Von Schatten umgebene
Helligkeit.
Verzerrte, verschwommene
Wirklichkeit.

Schemenhaft
Meine Hilflosigkeit erblickend...

Laute Riesen,
Die meine Erinnerungen stahlen.
Mit jedem Tag
Mein Leben in ihrer Hand.


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 

 



 


Aus Erd´ gemacht
Und Erde wieder werdend...
Ans Licht gezerrt -
Nicht ohne meiner Mutter Schmerz
Vermag ich nicht
Den Kreislauf zu durchbrechen,
Hab ich mich nicht
Dem Tod verwehrt.

Da war wohl
Eine Zeit zu leben,
Zu lieben
Nur ein Augenblick.
Ein Irrweg
War da zu begehen,
Doch keiner
Führte mich zurück.

Mein Schicksal
Stand schon lang geschrieben
Bevor ich noch
Den ersten Schrei getan
Und jeder Schritt
Den ich nach vorne tat
War letztlich Teil
Von einem großen Plan.

Ich glaub,
Der Mensch hat keine Wahl;
Das Leben
Lebt sich ganz von selbst...
Erlitten
Hab ich manche Qual -
Verursacht aber auch
So manchen Schmerz.

Aus Erd´ gemacht
Und Erde wieder werdend
Weiß ich, nach jedem Tode
Werd ich aufersteh´n
Vom Schoße
Einer ander´n  Mutter
Werd ich den nächsten
Schritt ins Leben geh´n.


Gisela Happekotte ©

 

 

 

 

 




Foto:  Unbekannt